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AMORC
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AMORC, hĂ€ufig auch A.M.O.R.C., ein Akronym fĂŒr lateinisch Antiquus Mysticus Ordo Rosae Crucis („Alter mystischer Orden vom Rosenkreuz“), ist eine 1915 in New York City von Harvey Spencer Lewis gegrĂŒndete Organisation, die sich als Nachfolger der Rosenkreuzer begreift. DarĂŒber hinaus beruft sie sich auf Traditionen, die bis in das Alte Ägypten zurĂŒckreichen sollen. Die Großloge der deutschsprachigen LĂ€nder besteht seit MĂ€rz 1952 und hat seit 1963 ihren Sitz in Baden-Baden.

Contents

‱ Geschichte
‱ Ziele
‱ Finanzierung
‱ Gradsystem
‱ Rituale
‱ Symbolarbeit
‱ Christentum
‱ Freimaurerei
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Geschichte

Vorgeschichte und GrĂŒndung (bis 1915)

Die GrĂŒndung geht auf den Journalisten und Werbefachmann Harvey Spencer Lewis (1883–1939) zurĂŒck, der auch der erste Vorsitzende des Ordens war.cite-ref-lamprecht-rosreink-75-1-0[1] Lewis wurde methodistisch erzogen und interessierte sich bereits in seiner Jugend fĂŒr okkulte PhĂ€nomene. 1904 entstand das New York Institute for Psychical Research, dem Lewis als Direktor vorstand. Dort beschĂ€ftigte man sich mit okkulten Studien und suchte nach Rosenkreuzerlehren, weshalb man sich intern „Rosicrucian Research Society“ nannte.cite-ref-melton-dictionary-1986-156f-2-0[2]

Laut Lewis Eigendarstellungen ist er 1908 durch eine Frau namens May Banks Stacey mit dem Rosenkreuzertum in Verbindung gekommen, die er als Legatin eines englischen Rosenkreuzerordens in Indien beschreibt. Sie habe ihn in Kontakt mit dem französischen Rosenkreuzer-Ableger gebracht. In der ersten Ausgabe von Lewis Ordenszeitschrift The American Rosae Crucis wird Banks-Stacey als Eingeweihte in die Geheimnisse der Hindu-Philosophie unter Swami Vivekananda, Abekananda Baha' Ullah dargestellt. Zudem sei sie ein Mitglied der Esoterischen Sektion (ES) der Theosophischen Gesellschaft gewesen. Als MitbegrĂŒnderin des Rosenkreuzertums in den USA sei sie die „Matrae of the Grand Lodge of America“ gewesen. Zugleich wird eine Verbindung zum französischen Rosenkreuzertum betont: Demnach habe sich Lewis 1909 mit einem VorlĂ€ufer des Ordre Kabbalistique de la Rose-Croix in Frankreich in Verbindung gesetzt, mit dem auch der Wegbereiter der französischen Rosenkreuzer-Bewegung JosĂ©phin PĂ©ladan in Kontakt gestanden haben will. Im selben Jahr reiste Lewis nach Toulouse (Frankreich), wo er durch ein „wunderliches Erlebnis“, in einen Rosenkreuzerorden initiiert worden sein will, was ihn zur GrĂŒndung des AMORC veranlasst habe. Hierbei will Lewis in einem alten Turm bei Toulouse eine Wendeltreppe hinauf gegangen und in ein viereckiges Arbeitszimmer gelangt sein, wo ein alter weißhaariger Mann ihm gesagt habe, er sei ohne sein Wissen bis zu diesem Ort geleitet worden, und ihm einen Brief gab. Einige Tage spĂ€ter habe ihn ein Wagen bis zu einem Schloss gefahren, in dem er eingeschlafen und im Traum von einem Kapitel der Erleuchteten in einer Höhle den Auftrag erhalten habe, den Orden in den U.S.A. zu grĂŒnden.cite-ref-3[3]

Lewis Einweihungs- und Abstammungsgeschichte hĂ€lt der Rosenkreuzerforscher Robert Vanloo fĂŒr imaginĂ€r, da Lewis zwar vorgab, von französischen Rosenkreuzer-Eingeweihten geschriebene Dokumente zu besitzen, die angeblich unbestreitbar zeigen, dass er bevollmĂ€chtigt wurde, den AMORC als die einzig wahre Rosenkreuzer-Bewegung in den USA zu grĂŒnden. Diese Texte seien jedoch in schlechtem Französisch und ohne richtige Akzentsetzung geschrieben worden und die von Lewis angefertigten und vorgewiesenen Fotos von DenkmĂ€lern in Toulouse, existierten dort nirgends.cite-ref-4[4] Auf Basis dieser „Vollmacht französischer Rosenkreuzer“ versteht sich der AMORC als neues Zentrum einer weltweit verzweigten jahrhundertealten Rosenkreuzerorganisation, deren internationaler Rat die Essenz seiner Lehren in Paketen voller Manuskripte, BĂŒcher und Lehrmaterial ĂŒber den Atlantik ins sicherere New York gesandt habe. Laut AMORC werde dieser alte Orden nur in bestimmten Zyklen, die in der Regel 108 Jahre dauern, öffentlich aktiv und ziehe sich danach wieder in die Verborgenheit zurĂŒck. Dass sich Lewis’ Geschichtsversion betrĂ€chtlich von der historischer Forscher unterscheidet, fĂŒhrt er darauf zurĂŒck, dass diese nicht initiiert seien und deshalb alles missverstĂŒnden. Nach New York zurĂŒckgekehrt brachte er die Kerngruppe des AMORC zusammen, die von Frau Banks Stacey mit „weiteren Papieren und den Juwelen des Ordens“ bedacht worden sei. Lewis grĂŒndete Logen und der AMORC begann in der heute noch fĂŒr ihn typischen Arbeitsform als Fernlehrinstitut tĂ€tig zu werden.cite-ref-5[5]

Anfangszeit in New York City (1915–1918)

Die erste Loge des AMORC wurde im Mai 1915 in New York City gegrĂŒndet.cite-ref-6[6]

Am 22. Juni 1916 fĂŒhrte Lewis vor AMORC-Mitgliedern in New York City in einer öffentlichen Schau eine Demonstration auf dem Gebiet der praktischen Alchemie vor, in dem er versuchte, ein StĂŒck Zink zu Gold zu verwandeln. Nach einer kurzen theoretischen Einleitung konzentrierte Lewis sich mit einer „wenig bekannten Geisteskraft“ ungefĂ€hr 16 Minuten lang auf den Zinkgegenstand.cite-ref-7[7]cite-ref-8[8] Die HĂ€lfte des behandelten ZinkstĂŒcks wurde im Anschluss an den Obersten Rat des Rosenkreuzer-Ordens in Frankreich geschickt. Die andere HĂ€lfte wurde in den RĂ€umlichkeiten des AMORC in New York City ausgestellt, allerdings wurden keine Fotos oder weiteren Stellungnahmen produziert.cite-ref-9[9]

1917 wurde die erste „National Convention“ in Pittsburgh (Pennsylvania) abgehalten, in der dem Plan zugestimmt wurde, Belehrungen zukĂŒnftig nicht nur innerhalb von Logen, sondern auch im Wege des Fernstudiums („correspondence lessons“) anzubieten, was zu einer landes- und spĂ€ter weltweiten Ausbreitung des AMORC fĂŒhren sollte.

Am 17. Juni 1918 wurde das Hauptquartier des AMORC polizeilich durchsucht. Lewis wurde verhaftet, weil er angeblich zweifelhafte Anleihen verkauft und Geld unter Angabe falscher GrĂŒnde gesammelt habe.cite-ref-melton-dictionary-1986-156f-2-1[2] Einer anderen Darstellung zufolge wurde er unter dem Vorwurf des Vertriebs zweifelhafter BĂŒcher und des Betruges verhaftet. Die VorwĂŒrfe wurde gegen ihn spĂ€ter fallengelassen.cite-ref-10[10]

Phase in San Francisco und Tampa (1918–1927)

Nach dem Umzug nach San Francisco publizierte Lewis ab 1921 die Zeitschrift The Rosicrucian Digest, allerdings zunĂ€chst unter dem Titel The Triangle.cite-ref-lindsayjones-7930-11-0[11] Ebenfalls 1921 stellte der AMORC eine Verbindung zum MitbegrĂŒnder des Ordo Templi Orientis (OTO) Theodor Reuß (1855–1923) her. Lewis hatte von Reuß erfahren, dass der OTO die „Àußere Fassade“ der Rosenkreuzer reprĂ€sentiere, was Lewis Interesse weckte, da er sich in den 1920er Jahren nur als eine Art Bewahrer des Rosenkreuzertum sah und immer noch darauf wartete mit „wahren und echten Rosenkreuzern“ zusammenzutreffen.cite-ref-12[12] Reuß seinerseits war von Lewis Ressourcen beeindruckt und stattete ihn mit einer OTO-Ehrenmitgliedschaft (Memphis-MisraĂŻm-Ritus 33°, 90°, 95° und OTO VII°) aus.cite-ref-churton-2009-505-13-0[13] Ferner versuchte er ihn zu ĂŒberreden, einen gemeinsamen Dachverband namens „The AMORC World Universal Council“ (TAWUC) zu errichten.cite-ref-14[14] Lewis war von dieser Idee nicht ĂŒberzeugt und brach den Kontakt zu Reuß im Mai 1922 schließlich ganz ab, nachdem er erkannte, dass Reuß primĂ€r das Ziel verfolgte, vom AMORC finanzielle UnterstĂŒtzungen zu erhalten.cite-ref-15[15] Dennoch verwendete der AMORC bis in die 1950er Jahre in manchen Druckerzeugnissen das Lamen der OTO, das allerdings auch schon 1890 (16 Jahre vor der OTO-GrĂŒndung) im Wappen von JosĂ©phin PĂ©ladans Ordre de la Rose-Croix du Temple et du Graal benutzt wurde.cite-ref-16[16] 1930 arbeitete Lewis kurzzeitig mit Reuß’ Nachfolger Heinrich TrĂ€nker zusammen. Beide publizierten ein als zweite Fama stilisiertes Rosenkreuzermanifest, um den AMORC auch in Deutschland zu etablieren und planten ein „Pansophia International Rosicrucian Council“. Zwischen 1929 und 1937 verfasste Lewis einige esoterische BĂŒcher, die ihn auch außerhalb des AMORC bekannt machten. Um 1925 arbeitete Lewis zwei Jahre lang in Tampa (Florida), wo er mit UnterstĂŒtzung eines finanzkrĂ€ftigen Partners in einem von Palmenhainen umgebenen Ambiente eine Ă€gyptische Pyramide nachbaute, die die Kulisse fĂŒr ausgiebige Werbeaktionen bildete. Eine eigene Radiostation (WJBB) wurde eingerichtet. In der Folge stieg die Mitgliederzahl des AMORC betrĂ€chtlich.cite-ref-17[17]

Niederlassung in San José, Kalifornien (ab 1927)

1927 erwarb Lewis Land fĂŒr das neue AMORC-Hauptquartier in San JosĂ©, Kalifornien. Auf dem GelĂ€nde wurde 1934 eine rosenkreuzerische UniversitĂ€t („Rose Croix University“) eröffnet. 1936 folgten ein Planetarium und 1939 eine BĂŒcherei („Rosicrucian Research Library“) sowie ein Ă€gyptisches Museum („Rosicrucian Egyptian Museum“), das zu einer Touristenattraktion San JosĂ©s wurde.cite-ref-18[18]

Das Areal wurde „Rosicrucian Park“ genannt und bildete lange das internationale Zentrum des AMORC. Analog zu anderen esoterischen Organisationen versuchte Lewis den AMORC mit einem christlichen Kultus zu verbinden. Diese Anbindung gelang mit der „Pristine Church of the Rose Cross“. Lewis wurde der Bischof dieser Kirche. Die Verbindung bestand jedoch nur wenige Jahre und wurde schließlich aufgelöst, da sich der Charakter des AMORC zunehmend als areligiös und bruderschaftlich gerierte. Infolge der Differenzen unter den Mitgliedern trennte sich die grĂ¶ĂŸte Loge mit etwa 1000 Personen mit ihrem Meister vom AMORC ab.cite-ref-19[19]

Streit um den legitimen Rosenkreuzer-Orden

Der AMORC nahm fĂŒr sich in Anspruch, der einzig legitime Rosenkreuzer-Orden in Nordamerika zu sein, wonach, in AnknĂŒpfung an den französischen Okkultismus, eine kontinuierlich im Geheimen existierende Organisation postuliert wird, die jahrhundertelang die Leitung und Kontrolle innegehabt haben soll.cite-ref-20[20]

Mit grĂ¶ĂŸer werdender Bekanntheit des AMORC kam es jedoch zu Disputen mit Vertretern anderer Rosenkreuzerorganisationen in den USA, insbesondere mit Lewis schlimmstem Rivalen Reuben Swinburne Clymer. Clymer wurde Anfang der 1920er Jahre Leiter der Fraternitas Rosae Crucis (FRC). Seine Version des Rosenkreuzertums legte er im Buch „The Book of Rosicruciae“ nieder. Einer der Streitpunkte zwischen Lewis und Clymer hatte mit Sexualmagie zu tun. Beide Seiten beschuldigten sich, lasterhafte Sexualpraktiken zu unterrichten.cite-ref-21[21]

Schließlich wurde Lewis wegen seiner OTO-Verbindung von Clymer in einer Kampagne als „Grossmaul- und Sabber-Imperator mit Verbindungen zur Schwarzen Magie“ beschimpftcite-ref-symonds-22-0[22] und direkt angegriffen, indem Clymer die LegitimitĂ€t, die historische KontinuitĂ€t und damit das Alleinvertretungsrecht des AMORC bestritt, das Lewis fĂŒr seinen Orden beanspruchte. So veröffentlichte Clymer etwa das zweibĂ€ndige Werk The Rosicrucian Fraternity in America voller Anschuldigungen gegen den AMORC, in dem er auch nachwies, dass Lewis in seinen BĂŒchern Dokumente verfĂ€lscht wiedergegeben hat, darunter eine OTO-Einladung von Reuß und die OTO-Statuten von 1917.cite-ref-23[23] Clymer widmete seinen Auseinandersetzungen mit Lewis mehrere BĂŒcher und beschuldigte ihn, die rosenkreuzerischen Namen unrechtmĂ€ĂŸig benutzt zu haben, da er diese bereits frĂŒher fĂŒr seine eigene Organisation rechtlich habe schĂŒtzen lassen. Zudem warf Clymer ihm seine Kontakte zum OTO vor, den er als schwarzmagische Organisation denunzierte und behauptete, dass es sich bei den vom AMORC vermittelten, angeblich historischen, Rosenkreuzer-Weisheiten hĂ€ufig um FĂ€lschungen oder Zitatplagiate aus von Clymer lĂ€ngst veröffentlichten Schriften handele, was er in einer akribischen Literaturanalyse nachwies und darlegte.cite-ref-24[24] Laut Historiker Christopher McIntosh beinhaltete der Disput kaum ernstzunehmende Inhalte und kam nur selten ĂŒber den Level einer Schlammschlacht hinaus. Nach zahlreichen Angriffen Clymers veröffentlichte AMORC 1935 eine Verteidigungsschrift unter dem Titel „Audi Alteram Partem“, um die VorwĂŒrfe zu untersuchen und klarzustellen, dass der „wahre“ OTO nichts mit schwarzer Magie zu tun hat und die Anschuldigungen Clymers falsch seien.cite-ref-25[25]

GrĂŒndung der FUDOSI (1934)

Trotz der verschiedenen von ihm verkĂŒndeten AMORC’schen Ursprungslegenden war Lewis immer noch unzufrieden und auf der Suche nach den „wahren“ Rosenkreuzern. Um gegen Clymer, der ihm die alleinige Stellung auf dem Gebiet der Rosenkreuzervereinigungen streitig machte, auftrumpfen zu können, nahm Lewis die Installation einer grĂ¶ĂŸeren Union in Angriff, um seinen Anspruch zu festigen.cite-ref-26[26] 1934 veranstaltete Lewis in BrĂŒssel die FUDOSI (Internationaler Verband der Einweihungsorden und Gesellschaften), um sich dort von Marc Laval, der ein Jahr zuvor fĂŒr die Sexualpraktik Karezza einstand, seine rosenkreuzerische LegitimitĂ€t beglaubigen zu lassen. Zu den Teilnehmern zĂ€hlten Abgesandte der Èglise Gnostique Universelle, Lavals Mitstreitercite-ref-27[27] Jean Mallinger, Victor Blanchard (1878–1953) GrĂŒndungsmitglied der Vereinigung, die 1921 einen Martinistenorden gegrĂŒndet hatte und Émile Dantinne, der nach JosĂ©phin PĂ©ladans Tod 1918 dessen Orden ĂŒbernommen hatte. Die FUDOSI wurde 1951 aufgelöst.cite-ref-28[28]

Crowleys Übernahmeversuche (1935)

1935 versuchte der in die Insolvenz geratene Okkultist Aleister Crowley mit seinen Konkurs-AnwĂ€lten, den AMORC zu ĂŒbernehmen. Er nahm auch das Vermögen des AMORC ins Visier,cite-ref-churton-507-29-0[29] um den durch seinen Bankrott entstandenen Schuldenberg abzubauen, da ihm sonst eine GefĂ€ngnisstrafe drohte. Dazu schrieb er zunĂ€chst einige höfliche Briefe und bot Lewis am 19. August 1935 Hilfe beim Kampf gegen Clymer an, da dieser in seinen BĂŒchern bewiesen zu haben glaubte, dass der AMORC von Crowleys OTO-FlĂŒgel abstammte,cite-ref-koenig173-30-0[30] was nicht zutraf.cite-ref-churton-2009-505-13-1[13] Crowley forderte Lewis zunĂ€chst in einem Brief auf, ihm den AMORC kampflos zu ĂŒbergeben.cite-ref-symonds-22-1[22] Dann umkreiste Crowley Lewis von mehreren Fronten: Am 5. September 1935 erhielt der Lewis-ReprĂ€sentant Andrea in London ein Schreiben Crowleys, in dem er sich als Chef aller Rosenkreuzer ausgab, der fortan die Geschicke des AMORC zu leiten hĂ€tte. Gleichzeitig erschien Crowleys Anwalt Schneider zu einer ersten Konsultation im BĂŒro des AMORC-Anwalts Walker in Los Angeles und schlug eine Zusammenarbeit im juristischen Kampf gegen Clymer vor. Bei einem zweiten Treffen der beiden am 18. September 1935 forderte Schneider nun den Zugang zum AMORC-Hauptquartier in San JosĂ©. Bis Januar 1936 folgten ein Dutzend Briefe zwischen Lewis, Andrea, Walker und Crowley. Schließlich argumentierte Lewis, der den AMORC nicht an Crowley abtreten wollte, dass Crowley von Reuss bereits am 25. Oktober 1921 aus dem OTO ausgeschlossen wurde, und er eigentlich kein richtiges OTO-Vollmitglied war, da er angeblich nicht im Besitz einer OTO-Charter, sondern nur eines Zertifikats sei. Crowley bestritt dies und entgegnete, dass der AMORC seine Autorisation von genau dieser OTO-Charter beziehe und ihm, Crowley, demzufolge der AMORC allein gehöre. Doch Lewis sah den Klagedrohungen gelassen entgegen.cite-ref-koenig173-30-1[30] Schon als sich Crowley in den USA als ReprĂ€sentant des Ordo Templi Orientis (OTO) ausgab, reagierte Lewis besorgt, da er Crowley bereits 1916 als Schwindler bezeichnet hatte. Crowley versuchte vergeblich, Lewis’ Feind Arnoldo Krumm-Heller fĂŒr den Kampf gegen Lewis zu mobilisieren und beschĂ€ftigte sich 1937 mehrfach auch sexualmagisch mit dem AMORC.cite-ref-31[31] In einem AMORC-Lehrbrief fĂŒr den 11. Grad wird Crowleys Sinnspruch „Tu was du willst, soll sein das Ganze des Gesetzes; Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen.“ abgedruckt und dahingehend interpretiert, dass man im Verantwortungsbewusstsein gegenĂŒber dem Karma-Gesetz handeln soll.cite-ref-32[32]

GrĂŒndung der FUDOFSI (1939)

Als Reaktion auf Lewis’ FUDOSI konterte Clymer 1939 im Gegenzug mit der GrĂŒndung eines eigenen rivalisierenden Dachverbands: Mit ihm freundlich gesinnten esoterischen Gruppen wurde unter seiner FederfĂŒhrung ein Bund von Intiatenorden und Mysterienschulen, die sogenannte FUDOFSI gegrĂŒndet. Von diesem Verband ließ er sich eine authentische initiatorische Rosenkreuzer-Abstammung bestĂ€tigen.cite-ref-33[33] In der Folgezeit tobte der Kampf zwischen Amerikas Rosenkreuzerrivalen weiter. Bereits 1935 war es zu einem grĂ¶ĂŸeren Gerichtsprozess zwischen den beiden Kontrahenten gekommen, den Clymer verlor.cite-ref-churton-507-29-1[29]

Rosicrucian Fellowship

Die heutigen Rosenkreuzer-Organisationen vertreten unterschiedliche Auffassungen ĂŒber den Inhalt des Rosenkreuzertums und die Geheimhaltung. Das fĂŒhrte dazu, dass sich der AMORC mit anderen Rosenkreuzer-Orden um die ReprĂ€sentanz des „wahren“ Ordens stritt. Im Streit mit der von Max Heindel gegrĂŒndeten Rosicrucian Fellowship werden dabei voneinander völlig abweichende Vorstellungen mit dem Begriff Rosenkreuzer verknĂŒpft: So erklĂ€rte ein Heindel-SchĂŒler in der AMORC-Zeitschrift American Rosae Crucis vom Mai 1916 in einem Leserbrief, dass Heindel seine Initiation von hohen Geistwesen, nach einer PrĂŒfung von den einzigen derzeit inkarnierten Älteren BrĂŒdern, namentlich den Angehörigen des authentischen echten Rosenkreuzerordens, im Rosenkreuzertempel in Deutschland erhalten habe. Aus diesem Grund sei es ausgeschlossen, dass sich der AMORC-GrĂŒnder Lewis oder andere sich rechtmĂ€ĂŸig als Eingeweihte des „wahren“ Rosenkreuzerordens bezeichnen. Lewis konterte, dass unter dem „echten“ Orden etwas völlig anderes zu verstehen sei, nĂ€mlich eine freimaurerĂ€hnlich aufgebaute irdische Organisation mit geheimen erhabenen Tempelinitiationen, die angeblich von den alten Ägyptern herrĂŒhren und die nun in seinem AMORC praktiziert wĂŒrden. Daraus zog Lewis die Schlussfolgerung: „If he [Max Heindel] refused to take a pledge of secrecy he could not have been initiated into the Order in any country.“

Entsprechend kontrĂ€r ist der Umgang mit dem Lehrmaterial der beiden Kontrahenten: WĂ€hrend die Veröffentlichung der Lehren fĂŒr die Rosicrucian Fellowship von zentraler Bedeutung ist, ist fĂŒr den AMORC die Geheimhaltung das wichtigste Kennzeichen des Rosenkreuzertums. Dagegen spielen die eigentlichen Inhalte beider Lehren in den Streitigkeiten nur eine untergeordnete Rolle. So stellte Lewis nur lapidar fest, dass die von Heindel publizierten Lehrinhalte nicht die wahren Rosenkreuzergeheimnisse enthielten, wie jeder Rosenkreuzereingeweihte ab dem dritten Grad erkennen könne. In der Gegenwart sind solche Streite selten geworden, weil man die GegenĂŒberstellung eher meidet und lediglich öffentlichkeitswirksam versucht, die eigene Organisation als die einzig existierende auszugeben. Werden in Diskussionen trotzdem andere Rosenkreuzergruppen erwĂ€hnt, wird darauf verwiesen und erklĂ€rt, dass der Begriff Rosenkreuzer rechtlich nicht geschĂŒtzt sei und deshalb von jedermann benutzt werden könne. Eigene Aussagen ĂŒber andere rosenkreuzerische Organisationen werden weitestgehend vermieden.cite-ref-34[34]

Leitung durch Ralph Maxwell Lewis

Harvey Spencer Lewis starb am 2. August 1939 und sein Sohn Ralph Maxwell Lewis (1904–1987) fĂŒhrte die GeschĂ€fte seines Vaters weiter. Die Rituale und Monografien H.S. Lewis wurden jedoch nicht weiter verwendet.cite-ref-35[35] Bevor er die Leitung des AMORC ĂŒbernahm, war R. M. Lewis bereits seit 16 Jahren mit wichtigen Ämtern der Organisation betraut. Nach seiner AmtsĂŒbernahme wurde er Mitglied des Obersten Rates des befreundeten französischen Rosenkreuzerordens Ordre Kabbalistique de la Rose-Croix. R. M. Lewis machte den AMORC wĂ€hrend seiner Amtszeit von 1939 bis 1987 in ĂŒber 80 LĂ€ndern bekannt. R. M. Lewis kam 1965 und 1973 nach Deutschland, um Wilhelm Raab als Großmeister einzusetzen. Nachdem R. M. Lewis am 12. Januar 1987 verstarb, begannen fĂŒr den AMORC turbulente Zeiten.cite-ref-lamprecht-2004-107-36-0[36]

Leitung durch Gary Lee Stewart und Stewart-AffÀre

Am 23. Januar 1987 wurde der Großmeister der englischen Jurisdiktion Gary Lee Stewart (geb. 1953) vom obersten Leitungsgremium des AMORC zum neuen Imperator gewĂ€hlt. 1990 wurde er gegen seinen Protest per Gerichtsbeschluss des Amtes enthoben, weil man ihm die Veruntreuung von drei Millionen Dollar vorwarf, was sich vor Gericht jedoch nicht erhĂ€rten ließ. AMORC erzielte mit den Banken eine außergerichtliche Einigung. Es kam auf internationaler Ebene zu einem internen Vertrauensbruch zwischen den regionalen Gliederungen und dem damaligen Leiter des Dachverbands des AMORC. Dieser eskalierte zu drei Jahre andauernden Zivilprozessen, in denen es primĂ€r um die RechtmĂ€ĂŸigkeit der Absetzung Stewarts als Imperator ging. Im Hintergrund des ZerwĂŒrfnisses gab es grundlegendere Differenzen zwischen dem Board of Directors und Stewart ĂŒber den Aufbau des Ordens. Stewart grĂŒndete infolge seiner Absetzung seinen eigenen Rosenkreuzer-Orden, die Confraternity Rose Cross (CRC+C). Der Franzose Christian Bernard, damaliger Leiter der französischen Gliederung, ĂŒbernahm ab dem 12. April 1990 die Leitung des AMORC und trieb die Expansion des Ordens im ehemaligen Ostblock voran. Aufgrund der Stewart-AffĂ€re wurde das Amt des Vorsitzenden 1992 reformiert. Dieser wird nicht mehr auf Lebenszeit, sondern fĂŒr den Zeitraum von fĂŒnf Jahren gewĂ€hlt und kann sich danach einer Wiederwahl stellen.cite-ref-37[37]

Gary Lee Stewart hĂ€lt sich fĂŒr den Nachfolger R.M. Lewis’ und rechtmĂ€ĂŸigen Imperator der Rosenkreuzerlinie, die vom AMORC von 1915 bis 1990 reprĂ€sentiert wurde, wĂ€hrend Christian Bernard lediglich einer neugegrĂŒndeten Gruppierung vorstehe. Demnach ist gegenwĂ€rtig Stewards neuer Rosenkreuzerorden, die Confraternity of the Rose-Cross (CR+C), der eigentliche AMORC, wĂ€hrend der AMORC selbst im Jahre 1990 aufgelöst und stattdessen eine andere Gesellschaft gleichen Namens, jedoch mit neuen Statuten und umgewandelten Lehren begrĂŒndet wurde.cite-ref-38[38]

Ab November 1990 verlor der AMORC ungefÀhr 50.000 Mitglieder, die sich Stewards Confraternity Rose Cross (CR+C) anschlossen.cite-ref-melton2010-110-39-0[39]

Umzug der Weltzentrale

Unter der Leitung von Christian Bernard wurde das AMORC-Hauptquartier (Supreme Grand Lodge) vom „Rosicrucian Park“ in San JosĂ©, Kalifornien, zur Domain of Silence in QuĂ©bec (Kanada) verlegt.cite-ref-melton2010-110-39-1[39]cite-ref-40[40] 1990 ist die AMORC-Weltzentrale laut dem französischen Religionswissenschaftler Antoine Faivre von San JosĂ© nach Omonville in Frankreich umgezogen.cite-ref-41[41] GegenwĂ€rtig soll sich der Sitz des AMORC bei Montreal (Kanada) und in Omonville befinden.cite-ref-42[42] Die Anzahl der weltweiten Mitglieder wird verschiedentlich auf 100.000 bis 150.000cite-ref-43[43] und 250.000cite-ref-ruppert-2004-64f-44-0[44] geschĂ€tzt. Die gelegentliche Falschangabe ĂŒber mehrere Millionen Mitglieder bezieht sich nicht auf aktive Mitgliedschaften, sondern irrtĂŒmlich auf eine Adressbuch-Liste des Ordens.cite-ref-hanegraaff-2006-1020-45-0[45] Im deutschen Sprachraum wurde 2004 von etwa 3000 Mitgliedern ausgegangen.cite-ref-46[46]

Entwicklung in Europa und Deutschland

Nachdem sich der AMORC in den Vereinigten Staaten etabliert hatte, wurden mehr oder weniger unabhĂ€ngige Gliederungen des AMORC in Europa geschaffen, von denen einige spĂ€ter getrennte Wege gingen, wie Eduard Munningers Antiquus Arcanus Ordo Rosae Rubeae Aureae Crucis.cite-ref-47[47] Nach zwei gescheiterten Versuchen des AMORC in den Jahren 1921 und 1927 in Frankreich Fuß zu fassen, misslang 1930 zunĂ€chst auch in Deutschland die GrĂŒndung einer Zweigstelle. In Frankreich etablierte Raymond Bernard (geb. 1921) eine Großloge unter der Großmeisterin Jeanne Guesdon (1884–1955). Nach deren Tod wurde Bernard 1956 Großmeister der französischen Loge. Schließlich wurde Bernard in das „Supreme Council of the Rose+Croix“ zum Supreme Legate fĂŒr Europa, spĂ€ter weltweit ins Board of Directors, gewĂ€hlt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Orden schließlich auch in Deutschland aktiv. In der Mitgliederzeitschrift „Temple-Echoes“ erschien im Dezember 1950 die Mitteilung, dass eine Zweigstelle in Deutschland unter dem Namen „Gustav-Meyrink-Lodge“ gegrĂŒndet worden sei. In der entsprechenden Verlautbarung wird auf eine Charter Bezug genommen, die Harvey Spencer Lewis an den MĂŒnchener Ingenieur Martin Erler mit der BevollmĂ€chtigung ausgestellt habe, den AMORC in Deutschland zu vertreten. Die GrĂŒndung wurde erst zwei Jahre spĂ€ter offiziell. Als Name der Zweigstelle wurde zunĂ€chst der Titel „Gesellschaft fĂŒr psychophysische Forschung“ in Betracht gezogen, da man fĂŒr die Wahrnehmung der rein administrativen Aufgaben keine Bezeichnung verwenden wollte, die das Wort Rosenkreuz beinhaltet. Zu dieser Namensgebung kam es allerdings nicht. Am 15. MĂ€rz 1952 ließ Martin Erler, der Leiter der Gustav Meyrink Loge, den AMORC als Verein beim Amtsgericht MĂŒnchen eintragen. Als Vereinszweck gab er „Psychophysik des Ing. Martin Erler“ an. Erler wurde erster deutscher Großmeister, was der AMORC abstreitet, verließ den AMORC jedoch bereits 1954, um seinen eigenen Orden zu grĂŒnden, den Ordo Rosae Aurae. 1956 verfĂŒgte die oberste AMORC-Großloge in San JosĂ© die Verlegung der deutschen Administration nach Überlingen am Bodensee, die den deutschen AMORC sieben Jahre lang leitete. In Überlingen beschloss man am 29. Dezember 1958 eine neue Satzung. Am 3. April 1959 wurde ein AMORC-Verein ins Vereinsregister des Amtsgerichts Überlingen eingetragen und die MĂŒnchener Mitglieder zum Vereinswechsel nach Überlingen aufgefordert. Am 16. Dezember 1959 veranlasste der AMORC schließlich die Löschung des Eintrags im Vereinsregister MĂŒnchen, weil dort nur noch drei Mitglieder verblieben waren. Dem Verein wurde der Status der GemeinnĂŒtzigkeit versagt. 1963 verlegte AMORC den Sitz der Großloge nach Baden-Baden, wo der Orden eine Jugendstilvilla fĂŒr die Verwaltung der mittlerweile zirka 500 Mitglieder erwarb. 1964 wurde das ZĂŒricher Kapitel angegliedert. 1999 ĂŒbernahm Maximilian Neff das Großmeisteramt in Deutschland von Raab. Der AMORC betreibt in Karlsruhe ein BuchgeschĂ€ft, dem eine Versandbuchhandlung angegliedert ist. FĂŒr Ă€ußere AktivitĂ€ten wurde das AMORC-Kulturforum und Kunstkabinett in Baden-Baden gegrĂŒndet, wo regelmĂ€ĂŸig Ausstellungen und Konzerte stattfinden.cite-ref-48[48]

Ziele

Der Orden will seine Mitglieder durch die Vermittlung von esoterischen Kenntnissen zu einem Leben in Harmonie mit den kosmischen GesetzmĂ€ĂŸigkeiten und zu mehr GlĂŒck und Wohlstand verhelfen.cite-ref-baergaspersinabell-2009-187188-49-0[49] „Das Leben meistern“ lautete der Titel einer frĂŒher erhĂ€ltlichen InformationsbroschĂŒre. Um eine niedrige EinstiegshĂŒrde fĂŒr breite Bevölkerungsschichten zu bieten, stellt der AMORC zunĂ€chst nichtreligiöse Ziele in Aussicht und verspricht Interessenten, dass viele WerktĂ€tige einen praktischen Nutzen aus den von jedermann anwendbaren AMORC-Lehren zögen. An diese Erfolgsversprechen knĂŒpft der AMORC erst spĂ€ter die Vermittlung seiner transzendenten Inhalte an.cite-ref-50[50] Gleichfalls sollen die Lehren die Evolution durch die Entwicklung des individuellen Potentials fördern.cite-ref-lucas-109-51-0[51]

Organisationsstruktur

Verwaltung, Logensystem und Zentren

An der Spitze der AMORC-Hierarchie steht als PrĂ€sident des Obersten Rates der fĂŒr die Amtsdauer von fĂŒnf Jahren gewĂ€hlte so genannte „Imperator“. Der Imperator ist einerseits der Vorstandsvorsitzende und andererseits das spirituelle Oberhaupt des Ordens, der die rosenkreuzerische Tradition behĂŒtet. Der Oberste Rat leitet den Orden auf internationaler Ebene und setzt sich aus den Großmeistern der örtlichen ZustĂ€ndigkeitsbereiche (Jurisdiktionen) und dem Imperator zusammen. International unterhĂ€lt der AMORC in Sprachgebiete aufgeteilte HauptstĂŒtzpunkte (Großlogen), in deren ZustĂ€ndigkeitsbereich sich StĂ€dtegruppen mit abgestufter Bedeutung bilden, namentlich Atrium, Pronoas, Kapitel und Loge, die ĂŒblicherweise einmal monatlich zwanglos zusammenkommen.cite-ref-52[52]

Mitgliedschaft

Beim AMORC können volljĂ€hrige Frauen und MĂ€nner Mitglied werden. MinderjĂ€hrige können mit Genehmigung der gesetzlichen Vertreter bei Vollendung des 16. Lebensjahres dem AMORC beitreten. Mitglieder können den Orden zum Ende eines Monats ohne Angabe von GrĂŒnden verlassen. Ein auch mehrfacher Ein- und Wiedereintritt ist möglich. Da sich der AMORC als Weisheitsschule und nicht als Religion begreift, stellt ein Austritt keinen „Abfall vom Glauben“ dar. Eine Wiederaufnahme ist daher relativ unproblematisch möglich, wenn das ehemalige Mitglied sein Studium spĂ€ter fortsetzen möchte.

Mit dem AMORC ist seit 1946 der Traditionelle Martinisten Orden (TMO) verbunden, den der jeweilige AMORC-Imperator leitet und in den nur Mitglieder des AMORC aufgenommen werden können. Nach AMORC-Großveranstaltungen finden mitunter TMO-Konventikel statt. Nur einige auserlesene Mitglieder werden in den „Militia Crucifera Evangelia“ zugelassen, der damit eine Art innerer Orden des AMORC ist. Die ursprĂŒnglich autarke Gruppe im FUDOSI entlehnte ihren Namen von einer 1586 in LĂŒneburg gegrĂŒndeten Gemeinschaft.cite-ref-53[53]

Finanzierung

Der monatliche Mitgliedsbeitrag betrĂ€gt 35,- Euro. Das ist im Vergleich mit anderen Gruppierungen der Neu-Rosenkreuzer der höchste feste Beitrag und stellt eine erhebliche Eintrittsschwelle dar. Die BeitrĂ€ge dienten ausschließlich zur Aufrechterhaltung von Organisation und Verwaltung, da die dafĂŒr zugesendeten Lehrbriefe und Hefte Ordenseigentum bleiben und beim Austritt zurĂŒckgeschickt werden sollen.cite-ref-54[54] Mit dem AMORC-Kunstwort „Amra“, (frĂŒher: „Amrak“; rĂŒckwĂ€rtsgelesen: Karma) bezeichnet der AMORC sein „Gesetz der Wiedervergeltung gegen den AMORC“. Der Konzil des Trostes und der Hilfe (KTH) ist eine spezielle AMORC-Abteilung, eine Art von okkulter Heilungsdienst: Wer Sorgen hat oder geistige Hilfe benötigt, kann sich an das KTH wenden. Statt fester NutzerbeitrĂ€ge, baut das KTH, auf Basis des „Gesetzes der Wiedervergeltung gegen den AMORC“ auf den guten Willen und finanziert sich durch freiwillige Gaben: Das KTH empfiehlt allen Hilfesuchenden zu diesem Zweck eine SparbĂŒchse anzulegen und die Ersparnisse regelmĂ€ĂŸig an den Bruderfonds des AMORC abzufĂŒhren. Ein Nachweis fĂŒr die Verwendung der Gelder wird nicht erbracht. Wer sich mit dem KTH in Verbindung setzt, muss alle zehn Tage bis zur vollstĂ€ndigen Genesung einen Bericht einsenden. Die Kranken glauben oft umfassend Heilhilfe zu erhalten, deren Kosten nicht von den Krankenkassen erstattet werden. Die Bezeichnung „Kathedrale der Seele“, eine mentale Fiktion des AMORC, ist eine ImaginationsĂŒbung: Zuerst muss sich der SchĂŒler die HĂ€nde waschen, einen Schluck kaltes Wasser trinken und dann ein Gebet sprechen. Danach denkt er bei geschlossenen Augen an die große Kathedrale, bis es im Raum kĂŒhl wird. Auch im Rahmen dieser Übung wird der SchĂŒler an das „Gesetz der Wiedervergeltung gegen den AMORC“ (Amra) erinnert, um dazu anzuhalten, nach jeder Leistung eine kleine (freiwillige) Gabe zu spenden.cite-ref-55[55]

Gradsystem

Den abgestuften Einweihungsweg können die Mitglieder durch das Studium von Fernunterrichtsbriefen durchlaufen. Um das Jahr 1923 hatte der AMORC drei Studiengrade. Etwa 1930 erweiterte man das Gradsystem um die neun Grade der Gold- und Rosenkreuzer des 18. Jahrhunderts. Seit dem „BrĂŒsseler Konvent“ der GrĂŒndungsmitglieder der FUDOSI im Jahr 1934 gibt es 16 Grade, von denen die letzten drei laut „Lexikon des Geheimwissens“ restriktiv erteilt werden.cite-ref-miers-1993-48-56-0[56] Jedem Mitglied stehe es bei entsprechender Beitragszahlung frei, alle 16 Grade zu absolvieren.cite-ref-57[57]

Der AMORC-Meister

Nach dem „Lexikon des Geheimwissens“ wird nur einigen wenigen AuserwĂ€hlten des 9. und 10. Tempelgrades des AMORC in den „Fragmenten der Weisheit der Meister und EnthĂŒllungen der Illuminaten“ mitgeteilt, dass der AMORC einen geheimen Meister habe, der den Beinamen „Der Verschleierte Amatu“ trage. GemĂ€ĂŸ der „Fragmente“ Nr. 2 ist „Der Verschleierte Amatu“ mit dem „Meister“ Kut Humi (auch: Koot Hoomi) der Theosophischen Gesellschaft geistig verbunden, von gleichgestelltem Rang und kommuniziere mit der Welt nur mit dem Imperator des AMORC. Den AMORC-Schriften sei zu entnehmen, dass sich Amatu im Besitz eines großen Geheimarchivs mit vielen BĂŒchern befinde, in denen sich die Geschichte der Rosenkreuzer bis zum Jahre 800.000 v. Chr. zurĂŒckverfolgen ließe.cite-ref-58[58]

Lehrinhalte und Arbeitsweise

Durchschnittlich dauert die Absolvierung aller neun Tempelgrade ungefĂ€hr fĂŒnf bis sechs Jahre. Die Lehrinhalte des AMORC bestehen in den einfĂŒhrenden Lehrgraden aus: Rosenkreuzer-Geschichte; Funktion, TĂ€tigkeit und Phasen des Bewusstseins; Wahrnehmung von Raum und Zeit; Entwicklung der psychischen Zentren, der Wert des Schlafes; Empfehlungen zur Gesundheitserhaltung; die Aura; erste Darstellungen zur Reinkarnation und zum Gesetz des Karma; Meditation, Kontemplation; Visualisation; Imagination und Konzentration. In den Tempelgraden wir gelehrt: Ontologie nach Auffassung des AMORC; Studium ĂŒber Entstehung, Bestandteile und Formen der Materie; DualitĂ€t des Bewusstseins; Illusion und Wirklichkeit; Lebensenergie; das Gottesbild und die philosophische Entwicklung des Menschen; psychischer Körper und Selbstheilung; die Seele und wie sie sich manifestiert; Erlangung höheren Bewusstseins. Außerdem werden mystische Techniken der Konzentration, Meditation, Visualisation und der spirituellen Alchemie behandelt.cite-ref-hanegraaff-2006-1020-45-1[45] Obschon das von Crowley propagierte Gesetz „Tu was Du willst!“ und sein Credo „Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen“ in der AMORC-Lehre zeitweilig als angebliche alte Rosenkreuzer-Gesetze vorkamen,cite-ref-59[59] die Symbolik mit der des OTO verwandt war, und H.S. Lewis den Sexualmagier Paschal Beverly Randolph sogar fĂŒr einen „foremost men of the order“ gehalten hat, soll Sexualmagie angeblich kein Bestandteil im Lehrplan des AMORC sein.cite-ref-60[60]

Entstehungslegende

Der AMORC beruft sich auf Traditionen, die bis in das Alte Ägypten der Zeit von Thutmosis III. zurĂŒckreichen sollen. Entsprechende Dokumente, so wird behauptet, wĂŒrden in den Archiven in San Jose existieren.cite-ref-hanegraaff-2006-1020-45-2[45] Der Orden folgt somit der Ansicht des Alchemisten Michael Maier (1569–1622), der in seiner 1617 erschienenen Schrift Silentium post clamores die UrsprĂŒnge der Rosenkreuzer-Idee ebenfalls auf AltĂ€gypten zurĂŒckverfolgte.cite-ref-61[61] Der AMORC versteht sich dabei als „der sichtbare Teil der unsichtbaren Großen Weißen Bruderschaft“. Zur Zeit Pharaos Amenophis IV. (Echnaton) sei der Orden fĂŒr Interessenten geöffnet worden. Auf Basis dieser legendĂ€ren Konstruktion vereinnahmt der AMORC fast alle prominenten Denker der Antike als „Rosenkreuzer“ und behauptet, sie seien Eingeweihte dieses Ă€gyptischen Mysterienordens gewesen, darunter Pythagoras, Sokrates, Platon, Aristoteles, Cicero und Seneca.cite-ref-ruppert-2004-64f-44-1[44]

H.S. Lewis wurde in seiner Zeit in New York zudem als einer der AuserwĂ€hlten prĂ€sentiert, die um das angebliche Geheimversteck des Sarges von Christian Rosencreutz wĂŒssten, der im ausgehenden 17. Jahrhundert an die PazifikkĂŒste der Vereinigten Staaten verbracht worden sein soll. Lewis habe Rosencreutz' Leichnam darin unversehrt und intakt vorgefunden.cite-ref-62[62]

Bezug zu den Rosenkreuzer-Urschriften

In der Lehre des AMORC spielen die drei Rosenkreuzermanifeste des frĂŒhen 17. Jahrhunderts „Fama Fraternitatis“ (1614), „Confessio Fraternitatis“ (1615) und „Die Chymische Hochzeit des Christian Rosencreutz“ (1616) eine eher untergeordnete Rolle. Der AMORC behauptet, diese Rosenkreuzermanifeste seien auf Beschluss eines Ordens veröffentlicht worden, der dadurch erstmals unter dem Namen des Rosenkreuzes an die Öffentlichkeit getreten sei. Auch bezĂŒglich des Namens der literarischen Figur des Christian Rosencreutz vertritt der AMORC eine ganz eigentĂŒmliche Auffassung: Die in der Fama verwendeten Initialen C.R. zu, wie ĂŒblich, „Christian Rosencreutz“ aufzulösen, wird scharf abgelehnt, da sie angeblich eine eigene esoterische, nach Ägypten zurĂŒckweisende Bedeutung, haben. Die Urheberschaft der Rosenkreuzer-Manifeste, die nach heute allgemeiner Auffassung im sogenannten „TĂŒbinger Kreis“ und bezĂŒglich des dritten Manifests („Chymische Hochzeit“) bei Johann Valentin Andreae zu finden ist, wurde von H.S. Lewis in Abrede gestellt. Nach Lewis Meinung stammten sie vielmehr vom englischen Philosophen und Staatsmann Francis Bacon (1561–1626), den er zudem als Imperator der Rosenkreuzer des 17. Jahrhunderts betrachtete.cite-ref-ruppert-2004-64f-44-2[44] Neben den drei genannten Rosenkreuzer-Urschriften sieht der AMORC die anonyme Veröffentlichung „Die Geheimen Figuren der Rosenkreuzer aus dem 16ten und 17ten Jahrhundert“ aus dem Jahr 1785 als festen Bestandteil seiner Ordensgeschichte an.cite-ref-63[63]

Die Ă€lteren deutschsprachigen Veröffentlichungen Ă€hneln in GrundzĂŒgen den Darstellungen von H.S. Lewis, weisen aber auch einige Unterschiede auf, indem zum Beispiel behauptet wird, dass das Erscheinen der Rosenkreuzermanifeste zu Beginn des 17. Jahrhunderts auf Beschluss des Ordens geschehen sei, der aufgrund religiöser Verfolgung im Geheimen gewirkt habe. Durch die Veröffentlichung der Schriften sei der Orden erstmals unter dem Namen des Rosenkreuzes an die Öffentlichkeit getreten.cite-ref-64[64]

„Geheimwissen“

Dass Lehrinhalte als geheim betrachtet werden, ist ein Kennzeichen esoterischer Gemeinschaften seit jeher. In der Gegenwart ist allerdings bei AMORC diese Geheimhaltung am deutlichsten ausgeprĂ€gt.cite-ref-65[65] Bereits im „Aufnahmegesuch in den Äußeren Kreis des A.M.O.R.C“ verpflichtet sich der Beitrittswillige zur Geheimhaltung:

„Alles leihweise ĂŒberlassene Studienmaterial, wie Monographien und die dazugehörigen Abhandlungen, werde ich vertraulich behandeln. [
] Sollte ich den Orden einmal verlassen, verpflichte ich mich, alles leihweise erhaltene Studienmaterial auf meine Kosten unverzĂŒglich zurĂŒckzusenden.“cite-ref-66[66]

WĂ€hrend die veröffentlichten BĂŒcher des AMORC nur Anwendungen oder allgemeine Prinzipien enthalten, bilden die Inhalte der Monographien den eigentlichen Kern der Lehre. Es wird viel Wert darauf gelegt, dass die authentische Lehre nie öffentlich in Buchform oder sonst wie publiziert wird. Dies wird damit begrĂŒndet, dass so ein Hindernis aufgebaut werden soll fĂŒr Neugierige und jene, die nicht aufrichtig bei der Sache sind. So wird im nur fĂŒr das Mitglied bestimmten „Weiser fĂŒr Neophyten“ unterstrichen, dass Außenstehenden die Monographien, Ritualtexte und privaten AMORC-Korrespondenzen keinesfalls gezeigt werden dĂŒrfen. Der AMORC empfiehlt weiter, sĂ€mtliche Monographien, Ritualtexte und Korrespondenzen in einer Holzkiste mit Deckel und Schloss aufzubewahren, an welcher außer dem eigenen Namen der Hinweis anzubringen sei, dass diese nach dem Tod oder lĂ€ngerer Abwesenheit des Mitglieds an die Großloge zu senden sei.cite-ref-67[67]

Monographiestudium

Als Heimstudium trĂ€gt die AMORC-Mitgliedschaft den Charakter eines Fernunterrichts. Im Mittelpunkt steht das Studium von Manuskripten, die „Monographien“ genannt werden und den eigentlichen Kern der Lehre enthalten. Die vom Orden veröffentlichten BĂŒcher beinhalten hingegen nur allgemeine Prinzipien und Anwendungen. Die Monographien werden den Mitgliedern periodisch zugesandt. Sie bleiben Eigentum des Ordens und sind bei Beendigung der Mitgliedschaft wieder an die Großloge zurĂŒckzusenden. Die Inhalte der Monographien unterliegen der Geheimhaltungspflicht. Neben diesen Manuskripten liegt den Zusendungen die aktuelle Monatsausgabe der Ordenszeitschrift „Tempel-Echo“ bei, die nicht dem jeweiligen Lehrgrad zugeordnet ist, sondern aktuelle Informationen enthĂ€lt. Aufgebaut sind die Monographien weitgehend nach einem gleichartigen Schema. Am Anfang der Abhandlung wird zunĂ€chst eine bekannte Persönlichkeit zitiert, wobei das Zitat einen Bezug zum weiteren Inhalt der Abhandlung aufweist. Dem Zitat folgt der eigentliche Lehrtext, der im Briefstil verfasst ist und den Umfang von ungefĂ€hr zehn Seiten hat. Er endet mit der anonymen Unterzeichnung „Der Meister fĂŒr Ihre Studien“. Konkrete Personen werden nicht genannt, weil der AMORC keinen Personenkult aufkommen lassen möchte. Dem Hauptteil schließt sich eine Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte sowie Anweisungen zur praktischen Anwendung an, die zur ÜberprĂŒfung und besseren Nachvollziehbarkeit der vorher besprochenen Theorie dienen.cite-ref-68[68]

Zur Vertiefung können neben den Lehrbriefen Seminare zu den einzelnen Graden besucht werden. Diese finden am Sitz der Großloge und bei den bedeutenderen StĂ€dtegruppen statt und stehen allen Studierenden des AMORC offen. Die Teilnahme daran bleibt den Mitgliedern jedoch freigestellt. Außerdem findet einmal jĂ€hrlich im FrĂŒhjahr ein Ordenskonvent statt, an dem sowohl Mitglieder als auch GĂ€ste teilnehmen können.

Rituale

Das Heimstudium der per Post zugestellten Lehrbriefe ist vollstĂ€ndig in rituelle Handlungen eingebettet. Mitglieder sollen sich fĂŒr ihre Studien in einer Ecke im Wohn- oder Schlafzimmer, wo sie absolut ungestört sein können, einen kleinen Altar aufbauen, das sogenannte „Heim-Sanktuarium“. Das kann ein kleiner Tisch oder ein Wandbord sein, das bedeckt oder dunkel gestrichen sein soll, der zwischen zwei Kerzen sowie einen großen Spiegel (ca. 30 × 50 cm) auf einen Tisch gestellt wird, sodass man sich beim Lesen jederzeit im Spiegel anschauen kann, etwa um mit sich ZwiegesprĂ€che fĂŒhren zu können. Weitere SymbolgegenstĂ€nde, z. B. das beim AMORC verbreitete Henkelkreuz (Anch) oder ein Rosenkreuz können hinzugefĂŒgt werden. Dazu wird „Rosenkreuzer-“Weihrauch abgebrannt. Im Heim-Sanktuarium werden auch die der Geheimhaltung unterliegenden rituellen Initiationen selbst durchgefĂŒhrt. Lediglich der Großloge ist davon zu berichten. Die Anleitung des jeweiligen Selbsteinweihungsrituals erhĂ€lt das Mitglied zu Beginn des neuen Grades neben den regulĂ€ren Monographien in einer Spezial-Monographie mit dem Titel „Portal“ postalisch zugesandt. Die Anleitung enthĂ€lt einen Text in Form von Fragen und Antworten, die das Mitglied im Heimsanktuarium vor seinem Spiegelbild, das das höhere Selbst symbolisiere, verlesen soll. Dies soll ein Erlebnis schaffen, das „den geistigen Gehalt einer EinfĂŒhrung in die Mysterien in den Bereich des GefĂŒhlslebens“ ĂŒbermittelt. Derartige Selbsteinweihungen sind zwar auch fĂŒr weit abgelegen wohnende Mitglieder möglich, stellen jedoch unter Orden und Gruppen, die sich auf eine initiatorische Tradition berufen, eine große Ausnahme dar. Beliebt sind Studium und Ritual ergĂ€nzende praktische Übungen, etwa die Intonation von Silben, wie dem aus dem Ägyptischen hergeleiteten „Ra-Ma“, das langgezogen und ganz betont gesungen wird: „rrrrrrrraaaaaaaammmmmmaaaaa“ (zirka 10 Sekunden).cite-ref-69[69]

Mystische Techniken und Kontemplation

Mystik ist fĂŒr den AMORC von zentraler Bedeutung. Der Orden unterscheidet hierbei die mystischen Techniken der Konzentration, Visualisation, Meditation und Kontemplation voneinander. Bei der fĂŒr die Meditation wichtigen Konzentration kommt es nach der AMORC-Lehre darauf an, die Denkprozesse zugunsten eines bestimmten Gegenstands bewusst einzuschrĂ€nken. Bei der Visualisation sei kein Ă€ußeres Betrachtungsobjekt erforderlich, sondern es wird ein bestimmter Gegenstand vor das geistige Auge projiziert. Insofern das Objekt vorher nicht real bestanden hat, spricht der Orden auch von schöpferischer Imagination, die etwas Neues schafft und die Vorstellung davon an das Unterbewusstsein abgibt. Die Meditation verfolgt nach Ansicht des AMORC den Zweck, ĂŒber das Unterbewusstsein Kontakt mit dem kosmischen Bewusstsein herzustellen. Eine diesbezĂŒgliche Besonderheit der AMORC-Lehre ist, dass bei der Meditation eine genau formulierte Frage an das Unterbewusstsein gestellt wird. Entscheidend fĂŒr das Gelingen der Meditation sei, die Antwort des kosmischen Bewusstseins hierauf zu vernehmen und zu interpretieren. Die im Oberbewusstsein gestellte Frage nehme ĂŒber das Unterbewusstsein den Weg zum kosmischen Bewusstsein, das wiederum ĂŒber das Unterbewusstsein antworte. Weiter angewandt wird die Kontemplation, die als vergleichsweise passiver Zustand beschrieben wird, bei der keine konkreten Fragen formuliert werden.cite-ref-70[70]

Reinkarnation und Karma

Der AMORC stellt, eigenen Angaben zufolge, keine Dogmen auf, an die man glauben mĂŒsse, sondern man könne sich selbst von der Richtigkeit der gelehrten Prinzipien durch Übungen vergewissern, was sinngemĂ€ĂŸ auch fĂŒr die vermittelte Reinkarnationslehre gelte. Es stĂŒnde jedem Mitglied frei, hieran zu glauben oder die diesbezĂŒglichen Lehrinhalte abzulehnen. Dennoch wird Reinkarnationslehre als traditioneller Bestandteil der eigenen Lehren ausgegeben.cite-ref-71[71]

Nach Ansicht des Ordens löst sich der Körper nach dem Tod in seine chemischen Bestandteile auf, wÀhrend die unsterbliche Seele fortbesteht. Die Seele ist nach Auffassung des AMORC aber selbst nicht individuell, sondern ein Teil der kosmischen Allseele, die den Menschen mit dem gesamten Universum und dem göttlichen Bewusstsein verbindet. Prinzipiell seien alle Seelen gleich. Die Seele selbst entwickle sich auch nicht, sondern nur die Persönlichkeit, die die Seele aufgrund ihrer individuellen Erfahrungen, charakterlichen PrÀgungen und ihres speziellen Schicksals ausbilde. Die Seelenpersönlichkeit zu vervollkommnen ist im AMORC von zentraler Bedeutung.cite-ref-lamprecht-rosreink-77-72-0[72] Mit der Reinkarnation sei eine kontinuierliche AufwÀrtsentwicklung verbunden. Eine Inkarnation in niedere Daseinsformen (Pflanze oder Tier) wird grundsÀtzlich verneint.cite-ref-lamprecht-rosreink-78-73-0[73]

FĂŒr den Zeitraum zwischen zwei Geburten wird als allgemeingĂŒltiger Richtwert die Dauer von 144 Jahre angegeben. Nach der LĂ€nge des irdischen Lebens richtet sich demnach die Dauer des Verbleibs im Bereich des Kosmos. Wer ein langes Leben hatte, werde sich entsprechend eher wiederverkörpern als frĂŒh Verstorbene, die entsprechend lĂ€nger bis zu ihrer nĂ€chsten Geburt im kosmischen Bereich bleiben mĂŒssten.cite-ref-hanegraaff-2006-1020-45-3[45] Unmittelbar vor der Geburt begebe sich die Seelenpersönlichkeit in die NĂ€he der Mutter, wobei die Verbindung mit dem Kind erst mit dem ersten Atemzug stattfinde. Die UmstĂ€nde der Wiederverkörperung wĂŒrden ĂŒberwiegend vom Kosmos festgelegt. Es sei dennoch bis zu einem gewissen Grad möglich, durch sein jetziges Leben auf seine kĂŒnftige Reinkarnation Einfluss zu nehmen, etwa durch die AusĂŒbung gemeinnĂŒtziger Interessen. Wer eine gute Gesinnung sein Eigen nennen kann, die von Liebe erfĂŒllt und frei von Hass und Vorurteilen ist, der könne auf eine nĂ€chste Inkarnation mit mehr GlĂŒck, Liebe und Wohlwollen hoffen. Hierbei ist das Konzept des karmischen Ausgleichs grundlegend. Die Bereinigung des Unterbewusstseins von unangenehmen und belastenden Erlebnissen ist nach Auffassung des AMORC wichtig zur positiven Beeinflussung kĂŒnftiger Inkarnationen.cite-ref-lamprecht-rosreink-78-73-1[73]

Symbolarbeit

Symbole sind im AMORC von wesentlicher Bedeutung und in den Druckveröffentlichungen des Ordens hĂ€ufig anzutreffen. Insbesondere dienen sie als Ausgangspunkt fĂŒr eigene Meditationen und zur kurzen und prĂ€gnanten Darstellung bestimmter esoterischer Gesetze und Prinzipien, die sonst langer AusfĂŒhrungen bedĂŒrften und mit Worten nur schwer vermittelbar seien. In diesem Sinn sind sie weniger zur VerschlĂŒsselung, sondern mehr als eine Art AbkĂŒrzung gedacht. Anders als traditionelle ErklĂ€rungen, die oft nur an der OberflĂ€che blieben, wĂŒrden Symbole zudem besser die tieferen Dimensionen des Bewusstseins ansprechen. Die Arbeit mit Symbolen gehört deshalb zu den Übungen des Heimstudiums. So kann der Studierende bestimmte vorgeschriebene Symbole abzeichnen und ausmalen und sodann ungestört und ausgiebig betrachten, um in einen Bewusstseinszustand zu gelangen, der die Kommunikation mit dem kosmischen Bewusstsein ermöglicht. In dem Zusammenhang sind vor allem geometrische Grundfiguren bedeutsam. Zur Symbolarbeit im weiteren Sinn zĂ€hlt die BeschĂ€ftigung mit dem hebrĂ€ischen Alphabet und den Tarotkarten. Im Emblem des AMORC steht das Rosenkreuz zentral und entspricht in seinen Ă€ußeren Umrissen dem des Golden Dawn, nur schlanker. Dem Kreuz selbst wird vom AMORC ausdrĂŒcklich keine religiöse Bedeutung beigemessen. Es symbolisiere lediglich den physischen Körper, wĂ€hrend die Rose fĂŒr die sich entwickelnde Seelenpersönlichkeit stehe.cite-ref-74[74]

Öffentlichkeitsarbeit

Der AMORC wirbt durch Inserate in verschiedenen Zeitschriften, Messen sowie öffentlichen Veranstaltungen aktiv um neue Mitglieder und ist regelmĂ€ĂŸig an der Frankfurter und Leipziger Buchmesse vertreten.cite-ref-75[75] Menschen, die an einem AMORC-Studium interessiert sind, erhalten per Post eine EinfĂŒhrungsbroschĂŒre mit dem Titel „RC. Information ĂŒber AMORC. Der Alte Mystische Orden vom Rosenkreuz“, die frĂŒher „Meisterung des Lebens“ hieß. Der BroschĂŒre ist ein Aufnahmeantrags-Formular beigefĂŒgt. Ferner werden Veranstaltungen fĂŒr GĂ€ste, die nicht zum Orden gehören, angeboten. In den StĂ€dtegruppen finden regelmĂ€ĂŸig Treffen statt, die auch GĂ€sten offenstehen. Dort kann man Meinungen ĂŒber die verschiedensten Themen aus den Bereichen Metaphysik und Mystik austauschen. Im Rahmen des AMORC-Kulturforums und Kunstkabinettes finden in den RĂ€umlichkeiten der Großloge in Baden-Baden regelmĂ€ĂŸig Kunstausstellungen, Musikabende und Dichterlesungen statt, die auch von zahlreichen Nichtmitgliedern besucht werden.cite-ref-76[76]

Kontroversen

1999 wurde von der französischen Untersuchungskommission MILS (Interministerielle Mission des Kampfes gegen die Sekten) unter dem Vorsitz des Parlamentariers Jacques Guyard das Dossier „Die Sekten und das Geld“ veröffentlicht, das eine Liste mit 30 Gruppen enthielt, die als Hauptakteure („major players“) in Bezug auf ihren finanziellen Einfluss beurteilt wurden; darin wurden gegenĂŒber einer frĂŒheren Sektenberichts-Liste Guyards die Anthroposophie und der AMORC ergĂ€nzt.cite-ref-77[77]cite-ref-78[78]

Die MILS benannte sich 2002 in MIVILUDES um und nahm in ihren Sektenbericht aus dem Jahr 2006 den AMORC erneut auf.cite-ref-79[79]cite-ref-palmer-newheretics-2011-16-80-0[80] Als Reaktion schrieb die ehemalige Vorsitzende der Antikult-Organisation UNADFI Janine Tavernier im Vorwort zu einem Buch des französischen AMORC-Großmeisters Serge Toussaint, dass der AMORC keine Sekte, sondern ein „Opfer der Ungerechtigkeit“ sei.cite-ref-palmer-newheretics-2011-16-80-1[80]cite-ref-lepoint-17-01-2007-81-0[81] Die nachfolgende UNADFI-Vorsitzende Catherine Picard und das MILS-Mitglied Anne Fournier wurden vom AMORC wegen Diffamierung verklagt, nachdem sie den AMORC als „nichts anderes als andere sektiererische Bewegungen“ bezeichnet hatten. Der oberste Gerichtshof Frankreichs gab dem AMORC mit Urteil vom 3. April 2007 recht und hob deshalb ein vorheriges Urteil des Berufungsgerichts auf. Daraufhin einigten sich die Parteien außergerichtlich: Die UNADFI gab im Namen der beiden Beklagten eine eidesstattliche Versicherung ab, dass „der AMORC keine Sekte ist“ und der AMORC nahm im Gegenzug seine Klage zurĂŒck.cite-ref-82[82]

Auch gegen die Inhalte des deutschsprachigen Wikipedia-Artikels zu AMORC wurde von einem Mitglied der deutschen AMORC-Zentrale in der Zeitschrift Tattva Viveka 2013 im Zusammenhang mit der Klassifizierung als Sekte EinwÀnde erhoben.cite-ref-83[83]

Abspaltungen, Ableger und beeinflusste Gruppen

Viele fĂŒhrende Mitglieder zeitgenössischer esoterischer Orden waren wĂ€hrend ihrer spirituellen Ausbildungs- und Orientierungsphase Mitglied des AMORC. Zu den direkt oder indirekt aus dem AMORC hervorgegangenen Neuen Religiösen Bewegungen zĂ€hlen Scientology, „The Mayan Order“, die „Silva Mind Control“ von JosĂ© Silva, der Holy Order of Mans und der Order of Saint Germain.cite-ref-lucas-109-51-1[51] Der „Mayan Order“ war eine Art Nachahmung des AMORC, indem er einen esoterischen Fernlehrkurs anbot, in dessen einzelnen Abhandlungen die Ă€gyptische Symbolik des AMORC durch Symbolik der Maya-Kultur ersetzt wurde.cite-ref-84[84]

Confraternity Rose Cross (CR+C) und OMCE

Nach dem Ausschluss Gary Lee Stewarts kam es ab 1990 zu einer Reihe von Organisationsabspaltungen. Die neu gegrĂŒndeten Organisationen ĂŒbernahmen jeweils Bausteine und Lehrelemente des AMORC und arbeiteten auf deren Basis eigenstĂ€ndig weiter. Stewart, der die Ordensleitung nicht als PrĂ€sidentschaft, sondern als geistliches Amt verstand und daher seine Absetzung nicht akzeptierte, grĂŒndete infolge seines AMORC-Ausschlusses die Confraternity of the Rose-Cross (CR+C). Am 16. Juni 1990 schuf er zudem den Ordo Militia Crucifera Evangelia (OMCE), der inhaltlich an den inneren AMORC-Grad MCE angelehnt ist und auf die Tradition der Tempelritter Bezug nimmt. Stewart vertritt die Auffassung, immer noch der rechtmĂ€ĂŸige Amtsinhaber und Nachfolger R.M. Lewis zu sein, wĂ€hrend Christian Bernard lediglich einer neugegrĂŒndeten Gruppierung vorstehe. Der von ihm gegrĂŒndete neue Rosenkreuzerorden, die Confraternity of the Rose-Cross (CR+C), ist aus seiner Sicht der eigentliche AMORC, wĂ€hrend der AMORC selbst im Jahre 1990 aufgelöst und stattdessen eine andere Gesellschaft gleichen Namens, jedoch mit neuen Statuten und umgewandelten Lehren begrĂŒndet wurde. Zum AMORC besteht eine strukturelle Verwandtschaft.cite-ref-85[85] Es ist wahrscheinlich, dass sich der Confraternity Rose Cross (CR+C) viele der 50.000 Mitglieder anschlossen haben, die der AMORC seit den 1990er Jahren verloren hat.cite-ref-86[86]

Ancient Rosae Crucis (ARC)

Neben dem CR+C und OMCE gab es eine weitere Abspaltung als Folge der Stewart-AffĂ€re. Zahlreiche Mitglieder, die die Absetzung Gary Stewarts nicht akzeptierten und daher aus dem AMORC austraten, schlossen sich zum Ancient Rosae Crucis (ARC) mit Sitz in Dallas (Texas) zusammen. Diese Gruppe beabsichtigte, Gary Stewart zum Imperator des ARC zu machen, was aufgrund von Meinungsverschiedenheiten jedoch nicht gelang. Stattdessen wurde der Orden fortan von den GrĂŒndern Paul Walden und Ashley McFadden geleitet. Die Arbeitsweise des ARC entsprach grĂ¶ĂŸtenteils der des AMORC. Die wĂ€hrend und nach dem AMORC-Schisma eingefĂŒhrten Änderungen wurden allerdings abgelehnt, weil man die Tradition, die Harvey Spencer Lewis begonnen hatte, bewahren wollte. Deshalb verwendete man weiterhin die Monographien aus der Lewis-Ära.cite-ref-87[87]

Raymond Bernard und die Templer (CIRCES, TRI, OSTI)

1986 legte Raymond Bernard seine Ämter als französischer Großmeister und Mitglied des Board of Directors des AMORC nieder. Am 19. Februar 1988 grĂŒndete er den Cercle International de Recherches Culturelles et Spirituelles (CIRCES), aus dem 1991 das „Templar Research Institute“ (TRI) hervorging. Bernard beabsichtigte damit ein Vakuum zu fĂŒllen, das von den anderen Organisationen belassen wurde. Man verfolgte zwar Ă€hnliche Ziele wie der AMORC, sah sich jedoch mehr als Nachfolger der Templer, denn der Rosenkreuzer. Um Interessenausgleich bemĂŒht, widme man sich Ă€ußerlich humanistischen Zielen und innerlich der Reanimierung des Geistes der Ritterschaft, besonders derjenigen des Templerordens. Am 5. September 1997 gab Bernard die CIRCES-Leitung an Onslow H. Wilson ab, dessen BĂŒcher auch vom AMORC vermarktet werden. Nach diesem Wechsel wurde die Organisation in „Templar Research Institute“ (TRI) umbenannt und der innere Kreis des Ordens in „Ordre Souverain du Temple Initiatique“ (OSTI). Es gehört zur persönlichen Vorbereitung eines Ordensmitglieds, im Verlauf von drei Jahren jedes Jahr elf HandbĂŒcher („Cahiers“) durchzuarbeiten, sodass insgesamt 33 HandbĂŒcher in 33 Monaten studiert werden. Im Anschluss ist es möglich, an allen Ordensveranstaltungen teilzunehmen. Das TRI möchte die Mitglieder in ihren individuellen esoterischen Forschungen unterstĂŒtzen und sie dabei trotz der Verschiedenartigkeit des individuellen Weges zu einer Gemeinschaft verbinden. Es bestehen zwar inhaltliche und historische BezĂŒge zum AMORC ĂŒber die Person des GrĂŒnders Raymond Bernard, jedoch kein KonkurrenzverhĂ€ltnis, da sich das TRI in erster Linie mit dem Tempelrittertum identifiziert.cite-ref-88[88]

Ordre du Temple Rénové (ORT)

Julien Origas, auch Julianos Origas (1920–1983), wurde als maßgeblicher Kollaborateur und Agent der Gestapo in Brest wĂ€hrend der deutschen Besatzungszeit in Frankreich zu drei Jahren GefĂ€ngnis verurteilt.cite-ref-89[89] Er war spĂ€ter Mitglied im AMORC, verließ diesen jedoch wegen seiner Kontakte zu Neonazi-Gruppen und zu einer seltsamen Gruppe in Marseille, deren Leiterin „Angela“ eine Inkarnation von Sokrates, Elisabeth I. und Mutter des Grafen von Saint Germain sein wollte. Origas regte die GrĂŒndung eines Ordens fĂŒr an templerischen Traditionen interessierten AMORC-Mitgliedern an und konnte Raymond Bernard fĂŒr diese Idee gewinnen, woraufhin sich 1970 mit dessen UnterstĂŒtzung der Ordre du Temple RĂ©novĂ© (ORT) etablierte. Bernard wurde der erste PrĂ€sident des ORT, gefolgt von Origas im Jahr darauf.cite-ref-90[90]cite-ref-91[91]

Ordo Rosae Aurae (ORA, Martin Erler)

Die Familie des ersten deutschen AMORC-Großmeisters, Martin Erler (geb. 1920), war mit dem Schriftsteller Gustav Meyrink (1868–1932) befreundet, der in MĂŒnchen einer eigenen okkulten Loge vorstand, zu der auch Erler gehörte. Erler ĂŒbernahm die Leitung dieser Meyrink-Loge, die 1949 mittels einer Charter von H.S. Lewis der Ausgangspunkt des AMORC in Deutschland wurde. Um 1954/1955 kam es jedoch zu einem Bruch zwischen Erler und dem AMORC. Erler verließ den AMORC und grĂŒndete seinen eigenen Zweig, den Ordo Rosae Aurae (ORA), der teilweise auf eigenen Wurzeln steht. Die Leitung des ORA soll inzwischen ein Belgier mit dem Ordensnamen Sar Philophotos innehaben. Der ORA verzichtet auf kommerzielle AktivitĂ€ten und hat den Nimbus der im Verborgenen arbeitenden rosenkreuzerischen Gruppen bewahrt,cite-ref-92[92] unterhĂ€lt inzwischen jedoch eine eigene Webseite.cite-ref-93[93]

Orden Rosacruz

Ein in seiner Außendarstellung kaum vom AMORC zu unterscheidender Ableger ist der primĂ€r in Spanien aktive Orden Rosacruz mit Hauptsitz in Las Palmas auf Gran Canaria. Der Orden Rosacruz wird von Angel Martin Velayos geleitet, unterhĂ€lt insbesondere Niederlassungen in Valencia und Madrid in Spanien sowie in Miami, USA und gibt eine eigene Zeitschrift namens „Triangulo“ heraus. Die Mitglieder werden ebenfalls durch Monographien im Fernstudium unterrichtet. In den Tempeln wird ein Emblem verwendet, das von der Form her dem des AMORC gleicht.cite-ref-94[94]

Sonnentempler

Der 1984 formal gegrĂŒndetecite-ref-95[95] Sonnentempler-Orden (Ordre du Temple Solaire), der durch eine Mord- und Selbstmordserie mit insgesamt 74 Toten in den Jahren 1993, 1995 und 1997 großes öffentliches Aufsehen erregte, gehört zu den vom AMORC beeinflussten, dann aber von ihm getrennten Gruppen. GegrĂŒndet und geleitet wurde der Sonnentempler-Orden von dem Franzosen Joseph Di Mambro (1924–1994), der ab 1956 dem AMORC angehörte.cite-ref-lamprecht2004-111-96-0[96] Di Mambro beendete etwa 1970 seine AMORC-Mitgliedschaft und schloss sich daraufhin der in den 1950er Jahren von Jaques Breyer (1922–1996) gegrĂŒndeten neotemplerischen „Arginy Bewegung“ an, auf die der Sonnentempler-Orden historisch zurĂŒckgeht.cite-ref-97[97] Die zweite FĂŒhrungsperson, der homöopathische Arzt Luc Jouret (1947–1993), hatte indirekte Verbindungen zum AMORC. Er war Großmeister des Neo-Templerordens Ordre RĂ©novĂ© du Temple (ORT), der vom ehemaligen französischen AMORC-Großmeister Raymond Bernard mitbegrĂŒndet wurde, und brachte deren Mitglieder spĂ€ter in den Sonnentempler-Orden ein. Die apokalyptischen Sonderlehren und Radikalisierungen, die zur Tragödie der Sonnentempler fĂŒhrten, stammen von Jaques Breyer, wurden mit dem Glauben an UFOs und Außerirdische angereichertcite-ref-98[98] und haben im AMORC keine Entsprechung. Der AMORC distanzierte sich offiziell von den Sonnentemplern und erklĂ€rte System, Ziele und Inhalte fĂŒr unvereinbar miteinander.cite-ref-lamprecht2004-111-96-1[96]

VerhÀltnis zu Religionen und Weltanschauungen

Der AMORC möchte nicht als Religion und Vertreter eines Glaubensweges angesehen werden und verbittet sich von seinen Mitgliedern AktivitĂ€ten und GesprĂ€che zu religiösen Fragen und Bekenntnissen. Da der AMORC jedoch entgegen seinen Beteuerungen in seinen Lehren eigene konkrete Antworten auf elementare religiöse Fragen gibt, hat der AMORC selbst den Charakter einer Religion.cite-ref-99[99] Die vom AMORC verwendeten Begriffe wie „Kosmisches Bewusstsein“, scheinen analog zu Ă€hnlichen der Weltreligionen verwendet zu werden.cite-ref-100[100] In einer Art spirituellen Alchemie verbindet der AMORC das Christentum mit kabbalistischen und hermetischen Theorien, zu dem Zweck der Überwindung materieller Ausformungen. Der AMORC, der von Beekman als Versand-Religion (englisch: mail-order religion) bezeichnet wird, sei nach dessen Auffassung, innerhalb der esoterischen religiösen Gemeinschaften, nie geachtet oder respektiert worden.cite-ref-beekman-101-0[101]

Christentum

Trotz seiner Ă€ußerlichen Toleranzversprechen gegenĂŒber jeglichen Religionen ist der AMORC religionskritisch eingestellt und bezeichnet einige gegenwĂ€rtige Aspekte mancher Religionen als verdorben und abweichlerisch von den Intentionen ihrer GrĂŒnder. Zugrunde liegen dabei keine exakt vergleichenden Analysen der Religionssysteme und deren Geschichte. Vielmehr geht man von der Annahme aus, dass die von den Religionsstiftern vertretenen Prinzipien mit den im AMORC gelehrten ĂŒbereinstimmen mĂŒssten. Doch ist das VerhĂ€ltnis zwischen AMORC und Christentum diskrepant: H.S. Lewis veröffentlichte zwei BĂŒcher ĂŒber Jesus von Nazaret. Seine detaillierten Berichte, auf Basis seiner angeblichen Materialien aus Rosenkreuzerarchiven, ĂŒber das vermeintliche Leben und die Lehren Jesus, gehen weit ĂŒber die Evangelien hinaus und widersprechen ihnen: Jesus wird als Großmeister und mĂ€chtiger Adept eines Ordens, der Ă€hnlich wie AMORC aufgebaut ist, dargestellt. Jesus sei in Wirklichkeit ein von den Essenern erzogener Avatar der „Großen Weißen Bruderschaft“ gewesen, habe Einweihungsstufen durchlaufen, die MeisterwĂŒrde und spĂ€ter die ChristuswĂŒrde erlangt. Seine Verurteilung habe sein persönlicher Feind Kaiphas in Rom initiiert. Die Kreuzigung habe dank kaiserlicher Begnadigung in letzter Minute nicht zum Tod gefĂŒhrt. Die Auferstehung Jesu Christi wird vom AMORC geleugnet; Jesus Himmelfahrt sei nur ein psychisches PhĂ€nomen gewesen und er habe noch viele Jahre in klösterlicher Abgeschiedenheit auf dem Berg Karmel (Israel) gelebt. Lewis warf auch anderen gegenwĂ€rtigen religiösen Organisationen die Veruntreuung der AnfĂ€nge und des Stifterwillens vor und bezeichnete auch Buddha und Mohammed als Avatare.cite-ref-102[102] Das ideelle Fundament des AMORC grĂŒnde in der christlichen Tradition der Rosenkreuzer.cite-ref-103[103] Der AMORC vertritt laut der Juristin Christine Mertesdorf keine Weltanschauung, weil die Aufnahme in den Orden unabhĂ€ngig von der Religion möglich sei und eine generelle Offenheit gegenĂŒber anderen Bekenntnissen bestehe. Die Eigenbezeichnung des AMORC als „mystisch-philosophische Bruderschaft“ treffe im Kern zu. Aus Sicht des AMORC ist eine Doppelmitgliedschaft mit der Kirche problemlos möglich.cite-ref-mertesdorf-2008-387388-104-0[104]

Freimaurerei

Aus Sicht der Freimaurerei ist der AMORC lediglich ein profaner Verein, der nichts mit der Freimaurerei zu tun hat, weshalb eine Doppelmitgliedschaft aus Freimaurersicht möglich ist. H.S. Lewis war jedoch der Ansicht, dass die Freimaurerei insgesamt nur ein Ableger des viel Ă€lteren AMORC sei, womit er die vielen Ă€ußerlichen BezĂŒge und Entsprechungen zwischen Freimaurerei und AMORC zu erklĂ€ren versuchte: die Grad- und Logenstruktur, die vielfĂ€ltige Symbolik, das Geheimhaltungsprinzip ohne innere Not, begriffliche Übereinstimmungen wie der Rede vom „Architekten des Universums“ und dem „Verlorenen Wort“, die Ritualarbeit und das Tragen bestimmter Kleidung (Tempel- bzw. Maurerschurz). Es gibt auch inhaltliche Ähnlichkeiten. In neueren AMORC-Publikationen wird der von Lewis erhobene Anspruch nicht mehr explizit vertreten. Stattdessen spricht man davon, dass man sich im 18. Jahrhundert „sehr nahe“ gestanden hĂ€tte, aber autark war.cite-ref-105[105]

Literatur

PrimĂ€rquellen (Auswahl mit AuszĂŒgen)

‱ Der Oberste Rat des AMORC (Hrsg.): Die Rosenkreuzer offenbaren ihre Lehren. AMORC-BĂŒcher, Baden-Baden 2009, ISBN 978-3-925972-52-2. (PDF; 580 kB – Auszug)
‱ AMORC (Hrsg.): AMORC, Die Rosenkreuzer. Fragen und Antworten. Über ihre Herkunft, ihre Ziele und ihre Philosophie. AMORC-BĂŒcher, Baden-Baden, 3. Auflage 2010, ISBN 3-925972-38-2.
‱ AMORC (Hrsg.): Aus der Geschichte von AMORC, dem Orden vom Rosenkreuz. Kleine RC-Schriftenreihe Nr. 1. AMORC-BĂŒcher, Baden-Baden, 2. Auflage 2012, ISBN 978-3-925972-83-6.
‱ AMORC (Hrsg.): Die Rosenkreuzer. Wege zu einer höheren Lebenserfahrung. AMORC-BĂŒcher, Baden-Baden 1995, ISBN 3-925972-14-5. (540 kB; PDF – Auszug)
‱ AMORC (Hrsg.): Der Einweihungsweg der Rosenkreuzer und andere VortrĂ€ge, Texte und AufsĂ€tze. AMORC-BĂŒcher, Baden-Baden 1996, ISBN 3-925972-35-8.
‱ Christian Bernard: Rosenkreuzerische Reflexionen. AMORC-BĂŒcher, Baden-Baden 2012, ISBN 978-3-925972-28-7.
‱ Supreme Grand Lodge of AMORC: Rosicrucian Manual. San JosĂ© (Kalifornien), 27. Auflage 1982, ISBN 978-0-912057-00-2. (3 MB; PDF)
‱ Wolfram Frietsch: Die Geheimnisse der Rosenkreuzer. Uni Edition, Baden-Baden 2010, 3. Auflage. (Nachdruck der Ausgabe Reinbek bei Hamburg 1999), ISBN 978-3-931387-37-2 (Dokumentiert das SelbstverstĂ€ndnis des AMORC.)cite-ref-106[106]
‱ Hans H. Sievert: Im Zeichen von Kreuz und Rose. Zur Geschichte der Rosenkreuzer. Verlag Clemens Zerling, Berlin 1996, ISBN 978-3-88468-063-6. (Dokumentiert neben der Geschichte der Bewegung in Norddeutschland betreffende Einzelbefunde das SelbstverstĂ€ndnis des AMORC)

Zeitschriften

‱ AMORC – DAS MAGAZIN (deutsch)
‱ AMORC-Forum (deutsch)
‱ The American Rosae Crucis (1916–1920) (englisch)
‱ The Triangle (1921–1924) (englisch)
‱ The Mystic Triangle (1925–1929) (englisch)

SekundÀrquellen

‱ Tobias Churton: The Invisible History of the Rosicrucians. The World’s Most Mysterious Secret Society. Inner Traditions, Rochester 2009, ISBN 978-1-59477-255-9.
‱ Roland Edighoffer: Die Rosenkreuzer. Beck’sche Reihe Nr. 2023, C.H. Beck, 2. Auflage, MĂŒnchen 2002, ISBN 978-3-423-30503-7.
‱ Harald Lamprecht: Neue Rosenkreuzer. Ein Handbuch. (Kirche – Konfession – Religion; Band 45), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 978-3-525-56549-0.
‱ Harald Lamprecht: Die Rosenkreuzer. Faszination eines Mythos. Evangelische Zentralstelle fĂŒr Weltanschauungsfragen (EZW), EZW-Texte Nr. 221/2012. ISSN 0085-0357.
‱ Harald Lamprecht: Rosenkreuzerische Reinkarnation. Die Vorstellung von der Wiederverkörperung in modernen Rosenkreuzerorganisationen. In: Michael Bergunder (Hrsg.): Religiöser Pluralismus und das Christentum. Festgabe fĂŒr Helmut Obst zum 60. Geburtstag. (Kirche – Konfession – Religion; Band 43), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, S. 74–87. ISBN 3-525-56547-X.
‱ Christopher Mcintosh: The Rosicrucians. The History, Mythology and Rituals of an Esoteric Order. Samuel Weiser Inc., York Beach (Maine), 3. Auflage 1997, ISBN 0-87728-893-3.
‱ Hans-JĂŒrgen Ruppert: Rosenkreuzer. Hugendubel, Kreuzlingen/MĂŒnchen 2004, ISBN 3-7205-2533-3.

Weblinks

Commons

: AMORC

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Literatur von und ĂŒber AMORC im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ Suche nach AMORC. In: Deutsche Digitale Bibliothek
‱ Suche nach AMORC im Online-Katalog der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz cite-ref-107[107]

Eigendarstellungen

‱ Offizielle deutschsprachige Webseite des AMORC
‱ Website des Rose+Croix Journal – rosenkreuzerisches Journal des AMORC (englisch, deutsch, französisch)
‱ Rosicrucian Documents – historische Dokumente des AMORC (englisch, deutsch, französisch)

Externe Darstellungen

‱ Webseite mit ErgĂ€nzungsmaterial zum Buch „Neue Rosenkreuzer“ von Harald Lamprecht
‱ AMORC aus der Sicht des Religionswissenschaftlers Dr. Shirley Rollinson (englisch)
‱ Allgemeiner Artikel ĂŒber Rosenkreuzer aus Sicht des Hochschulpfarrers Ferdinand Rauch von der römisch-katholischen Diözese Fulda (Memento vom 1. April 2016 im Internet Archive)
‱ Der AMORC aus Sicht der schweizerischen Informationsstelle Inforel (aktualisiert am 27. Mai 2008)

Einzelnachweise

cite-note-lamprecht-rosreink-75-11. ↑ Harald Lamprecht: Rosenkreuzerische Reinkarnation. Die Vorstellung von der Wiederverkörperung in modernen Rosenkreuzerorganisationen. S. 75. In: Michael Bergunder (Hrsg.): Religiöser Pluralismus und das Christentum. Festgabe fĂŒr Helmut Obst zum 60. Geburtstag. (Kirche – Konfession – Religion; Band 43), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, S. 74–87.
cite-note-melton-dictionary-1986-156f-22. ↑ John Gordon Melton: Biographical Dictionary of Cult- and Sect Leaders. Garland, New York/London 1986, ISBN 978-0-8240-9037-1, S. 156–157.
cite-note-33. ↑ Harald Lamprecht: Neue Rosenkreuzer. Göttingen 2004, S. 101–102.
cite-note-44. ↑ Sylvain Imbs: Spiritual filiation or doctrinal conflicts in modern Rosicrucian movements.; Robert Vanloo: Les Rose-Croix du Nouveau Monde, Internationale CESNUR Konferenz vom 2. bis 5. Juni 2005 – Palermo, Sizilien
cite-note-55. ↑ Harald Lamprecht: Neue Rosenkreuzer. Göttingen 2004, S. 102, 139f.
cite-note-66. ↑ Tobias Churton: The Invisible History of the Rosicrucians. The World’s Most Mysterious Secret Society. Inner Traditions, Rochester 2009, S. 501.
cite-note-77. ↑ Harald Lamprecht: Neue Rosenkreuzer. Göttingen 2004, S. 106.
cite-note-88. ↑ Christopher Mcintosh: The Rosicrucians. The History, Mythology and Rituals of an Esoteric Order. Samuel Weiser Inc., 3. Auflage, York Beach, Maine 1997, ISBN 0-87728-893-3, S. 127.
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cite-note-1010. ↑ Harald Lamprecht: Neue Rosenkreuzer. Göttingen 2004, S. 103.
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cite-note-1414. ↑ Peter-Robert König: Der O.T.O. PhĂ€nomen RELOAD. Band 1. Arbeitsgemeinschaft fĂŒr Religions- und Weltanschauungsfragen, MĂŒnchen 2011, ISBN 978-3-941421-16-5, S. 14.
cite-note-1515. ↑ Peter-Robert König: Der O.T.O. PhĂ€nomen RELOAD. Band 1. Arbeitsgemeinschaft fĂŒr Religions- und Weltanschauungsfragen, MĂŒnchen 2011, ISBN 978-3-941421-16-5, S. 169–170.
cite-note-1616. ↑ Peter-Robert König: Der O.T.O. PhĂ€nomen RELOAD. Band 1. Arbeitsgemeinschaft fĂŒr Religions- und Weltanschauungsfragen, MĂŒnchen 2011, ISBN 978-3-941421-16-5, S. 30 und 174.
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cite-note-1818. ↑ John Gordon Melton: Encyclopedic Handbook of Cults in America. Garland, New York/London 1986, ISBN 0-8240-9036-5, S. 72–73.
cite-note-1919. ↑ Harald Lamprecht: Neue Rosenkreuzer. Göttingen 2004, S. 103.
cite-note-2020. ↑ Harald Lamprecht: Neue Rosenkreuzer. Göttingen 2004, S. 92, 105.
cite-note-2121. ↑ Christopher Mcintosh: The Rosicrucians. The History, Mythology and Rituals of an Esoteric Order. Samuel Weiser Inc., 3. Auflage, York Beach, Maine 1997, S. 126 und S. 129.
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cite-note-2323. ↑ Peter-Robert König: Der O.T.O. PhĂ€nomen RELOAD. Band 1. Arbeitsgemeinschaft fĂŒr Religions- und Weltanschauungsfragen, MĂŒnchen 2011, ISBN 978-3-941421-16-5, S. 169 und S. 172 f.
cite-note-2424. ↑ Harald Lamprecht: Neue Rosenkreuzer. Göttingen 2004, S. 96, 105.
cite-note-2525. ↑ Christopher Mcintosh: The Rosicrucians. The History, Mythology and Rituals of an Esoteric Order. Samuel Weiser Inc., 3. Auflage, York Beach, Maine 1997, ISBN 0-87728-893-3, S. 128 und S. 130.
cite-note-2626. ↑ Tobias Churton: The Invisible History of the Rosicrucians. The World’s Most Mysterious Secret Society. Inner Traditions, Rochester 2009, S. 506f.
cite-note-2727. ↑ Peter-Robert König: Der O.T.O. PhĂ€nomen RELOAD. Band 1. Arbeitsgemeinschaft fĂŒr Religions- und Weltanschauungsfragen, MĂŒnchen 2011, ISBN 978-3-941421-16-5, S. 169 und S. 171 f.
cite-note-2828. ↑ Christopher Mcintosh: The Rosicrucians. The History, Mythology and Rituals of an Esoteric Order. Samuel Weiser Inc., 3. Auflage, York Beach, Maine 1997, ISBN 0-87728-893-3, S. 129.; Massimo Introvigne: Martinism: Second Period. In: Wouter J. Hanegraaff (Hrsg.): Dictionary of Gnosis & Western Esotericism. Brill, Leiden 2006, ISBN 978-90-04-15231-1, S. 781.
cite-note-churton-507-2929. ↑ Tobias Churton: The Invisible History of the Rosicrucians: The World’s Most Mysterious Secret Society. Inner Traditions Verlag, Rochester, Vermont 2009, S. 507.
cite-note-koenig173-3030. ↑ Peter-Robert König: Der O.T.O. PhĂ€nomen RELOAD. Band 1. Arbeitsgemeinschaft fĂŒr Religions- und Weltanschauungsfragen, MĂŒnchen 2011, ISBN 978-3-941421-16-5, S. 173 f.
cite-note-3131. ↑ Peter-Robert König: Der O.T.O. PhĂ€nomen RELOAD. Band 1. Arbeitsgemeinschaft fĂŒr Religions- und Weltanschauungsfragen, MĂŒnchen 2011, ISBN 978-3-941421-16-5, S. 169 und S. 174 f.
cite-note-3232. ↑ Christopher Mcintosh: The Rosicrucians. The History, Mythology and Rituals of an Esoteric Order. Samuel Weiser Inc., 3. Auflage, York Beach, Maine 1997, ISBN 0-87728-893-3, S. 130.
cite-note-3333. ↑ Harald Lamprecht: Neue Rosenkreuzer. Göttingen 2004, S. 92, 96.
cite-note-3434. ↑ Website zum Buch Neue Rosenkreuzer: AMORC und Rosicrucian Fellowship: Streit um die wahren Rosenkreuzer.
cite-note-3535. ↑ Peter-Robert König: Der O.T.O. PhĂ€nomen RELOAD. Band 1. Arbeitsgemeinschaft fĂŒr Religions- und Weltanschauungsfragen, MĂŒnchen 2011, ISBN 978-3-941421-16-5, S. 175f.
cite-note-lamprecht-2004-107-3636. ↑ Harald Lamprecht: Neue Rosenkreuzer. Ein Handbuch. (Kirche – Konfession – Religion; Band 45), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, S. 107.
cite-note-3737. ↑ Harald Lamprecht: Neue Rosenkreuzer. Göttingen 2004, S. 107 f., 113–114.
cite-note-3838. ↑ Harald Lamprecht: Neue Rosenkreuzer. Göttingen 2004, S. 147.
cite-note-melton2010-110-3939. ↑ J. Gordon Melton und Martin Baumann (Hrsg.): Religions of the World: A Comprehensive Encyclopedia of Beliefs and Practices. ABS-CLIO, LLC 2010. S. 110.
cite-note-4040. ↑ Harald Lamprecht: Neue Rosenkreuzer. Göttingen 2004, S. 108.
cite-note-4141. ↑ Antoine Faivre: Esoterik im Überblick. Geheime Geschichte des abendlĂ€ndischen Denkens. Herder, Freiburg im Breisgau 2001, S. 140.
cite-note-4242. ↑ Stefan Rademacher: Religion in Berlin: ein Handbuch ; ein Projekt der „Berlin-Forschung“ der Freien UniversitĂ€t Berlin. Weißensee-Verlag, 2003. S. 548.
cite-note-4343. ↑ Andreas Fincke, Matthias Pöhlmann (Hrsg.): Kompass. Sekten und religiöse Weltanschauungen. Ein Lexikon. GĂŒtersloher Verlagshaus, GĂŒtersloh 2004, ISBN 978-3-579-06409-3, S. 17.
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